Max Frisch – Biografie: Ein Spiel


Max Frisch: Biografie - Ein SpielDieses Buch…

 … habe ich von meinem Vater geschenkt bekommen, als Einstimmung auf einen Besuch bei seiner Schwester. Diese hatte das Drama in ihrem kleinen Theater aktuell im Spielplan und da ich es bei Theaterstücken   spannend finde, die Originalfassung zu kennen, kam mir das Geschenk sehr gelegen.

Inhalt:

„Wo, Herr Kürmann, möchten Sie nochmals

anfangen, um Ihre Biografie zu ändern?“

Hat sich das nicht jeder schon einmal gewünscht? Einfach sein Leben stoppen, zurückspulen und das Erlebte neu – anders – erleben. Der Protagonist Hannes Kürmann bekommt in Max Frischs Drama ‚Biografie: Ein Spiel‘ die Chance, dies zu versuchen. Und er weiß auch gleich, wo er anfangen will: er möchte verhindern, seiner späteren Ehefrau Antoinette zu begegnen und ist überzeugt, dass sein Leben ohne dieses Ereignis sehr viel besser verlaufen wäre.

Doch wie weit kommt Kürmann mit seinem Versuch? Wie wäre sein Leben ohne Antoinette verlaufen? Schafft er es, seinen Lebensweg zum Besseren zu wenden? Oder bleibt er in gewohnten Verhaltensmustern und Verstrickungen hängen?

Meine Meinung:
Nach meiner 13-jährigen Schulzeit voll zwanghafter Unterrichtslektüre war dieses das erste Drama, welches ich aus freien Stücken entschied zu lesen. Und ich war begeistert, wie angenehm sich ein Theaterstück lesen lässt, wenn man nicht alle 2 Sekunden damit beschäftigt ist die tiefere Bedeutung eines kurz darin erwähnten Wandschranks zu analysieren.
Ich mochte Max Frischs Schreibstil schon damals in der 9. Klasse, als wir „Andorra“ im Unterricht durchnahmen. So ging es mir auch in „Biographie: Ein Spiel“: Humorvoll und doch ernsthaft, stichelnd, doch auch liebevoll nimmt Frisch den Leser in diesem Stück mit auf eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart des Protagonisten Hannes Kürmanns, aber auch in die des Lesers selbst. Bei jeder Änderung, die Kürmann vornimmt, fragt man sich „Hat Kürmann sich richtig entschieden? Was hätte er anders machen können? Was hätte ich in meinem Leben anders machen können?“ Und so bekam ich vor allem während der Lesepausen regelrecht Denkknoten im Kopf und kam letzten Endes zu der Frage, die auch Kürmann sich stellen muss:
Will ich wirklich aus tiefsten Herzen etwas ändern?
Oder habe ich manche Fehler erst machen müssen, um am Ende glücklich zu werden, da sie bestimmte Ereignisse zur Folge hatten?

Max Frischs Stück ist, wie der Autor es selbst so passend nannte, vor allem eines: Ein Spiel. Ein Gedankenexperiment, ein Glanzstück der Literatur. Von mir gibt es verdiente 4,5 Sterne.

 

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