John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John GreenDieses Buch…
… habe ich mir kürzlich aus versehen in einer Buchhandlung gekauft. Ich war ganz ins Stöbern vertieft, als die Verkäuferin auf einmal hinter mir stand, es tue ihr leid, aber der Laden müsse nun geschlossen werden. Ich hatte mir eigentlich in aller Ruhe ein Buch aussuchen wollen, war dann aber so erschrocken, dass ich einfach das kaufte, das ich gerade in Händen hielt. Glücklicherweise war es kein Fehlgriff!

 

Inhalt
Hazel ist ein 16-jähriges Mädchen, depressiv, zurückgezogen und hat seit vielen Jahren Krebs. Mit Ausnahme der drei Vorlesungen in Literatur und einer kirchlichen Selbsthilfegruppenstunde pro Woche kommt sie selten aus ihrem Schneckenhaus gekrochen und verbringt die meiste Zeit mit Büchern oder ihren Eltern.
Bis eines Tages Augustus in der Selbsthilfegruppe zwei Plätze weiter sitzt und sie anstarrt. Hazel beschließt nachdem sie genug zur Seite geschaut hat, zurückzustarren, was Augustus jedoch noch mehr zu begeistern scheint. Doch die beiden beginnen sich zu treffen, manchmal zusammen mit ihrem gemeinsamen Freund Isaac, manchmal zu zweit. Und Hazel beginnt Augustus, der nicht lockerlässt, immer mehr zu gefallen.

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (Seite 38)

Seine Mutter setzte sich neben mich und sagte: „Das gefällt mir besonders gut, dir auch?“ Anscheinend hatte ich das Schild über dem Fernseher angestarrt, die Zeichnung eines Engels mit dem Spruch: „Ohne Leid würden wir nicht wissen, was Freude ist“.
(Ein altes Argument aus dem Feld der Gedanken über das Leiden, dessen Dummheit und Stumpfsinn Stoff für hundert Jahre Lästern bot, aber möge hier die Feststellung reichen, dass die Existenz von Brokkoli auch keinerlei Einfluss auf den Geschmack von Schokolade hat.) „Ja“, sagte ich, „ein schöner Gedanke.“

Meine Meinung
Dieses Buch, das von allen so hoch gelobt wurde, konnte ich in meiner Leseliste natürlich nicht auslassen. Jedoch ging ich mit ziemlich kritischem Blick an das Buch heran, denn sonderlich sympathisch kam es mir bisher nicht vor: Zwei Teenager, mindestens einer von einer unheilbare Krankheit befallen, und natürlich unsterblich in einander verliebt. Klingt eher nach Nicholas Sparks. Bei solchen Hypes, wie es sie zu diesem Buch gab, bin ich meist also erst einmal vorsichtig. Überraschenderweise konnte ich aber nicht viel daran auszusetzen finden.

Das Buch beginnt mit einem schönen Einstieg, mit dem der Leser sanft in die Handlung geführt wird. Charaktere werden recht bald vorgestellt und nehmen gut Gestalt an, und es gefällt mir, dass es verhältnismäßig wenige handlungsrelevante gibt. Durch die klein bleibende Zahl lernt man die wichtigen Personen besser kennen. Mein Lieblingscharakter hierbei ist Peter Van Houten, ein etwas verrückter, doch gebrochener Mann. Ich mag einfach etwas durchgedrehte Charaktere. Weiter gefällt mir Hazels intellektueller Charakter, auch wenn ich diesen an manchen Stellen etwas zu dick aufgetragen finde und Augustus Metaphern (die Zigarette, einfach genial!). Dennoch ist mir Augustus mit seiner ständigen Diskrepanz von Egozentrik und Selbstaufopferung (wobei das beim näheren hinschauen ja doch gut vereinbar ist) einfach zuwider. Auf letzteres geht er mir einfach entschieden zu oft ein und auf die Nerven.

Die im Buch erzählte Geschichte finde ich besonders schön, weil sie nicht in eine der typischen Richtungen geht. Damit meine ich vor allem, dass in dieser Geschichte zwar nicht alles glatt geht, die Rückschläge sich jedoch nicht komplett überschlagen, nur um am Ende wieder zu einem Happy End zu finden. Das Buch ist lustig, hat romantische, meines Erachtens nicht zu kitschige Züge, und ja, es ist auch traurig. Doch an vielen Stellen geht der Autor, beziehungsweise Hazel, auch sehr zynisch an kritische Ereignisse heran, und so wird beim ein gewisser Ausgleich zwischen Trauer, Lachen und Nüchternheit geschaffen, der mir sehr gefällt.
Auch bin ich froh, dass ich nicht an ein, wie Green es ja selbst nennt, „Krebs-Buch“ geraten bin, sondern an ein außergewöhnlich kluges, eigensinniges Buch.

Alles in Allem fand ich das Buch sehr gut, und es bekommt von mir 4 Sternchen.

 

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ein Kommentar

  1. Sylli · · Antwort

    Liebe Sophia! Ich lese die Geschichten so gerne, die Du zu fast jedem Deiner Bücher zu erzählen weißt. Mach weiter so, dass gibt Deinem Blog eine ganz persönliche Note.
    Im BT werde ich nicht mehr anzutreffen sein, wenn Du mir einmal mehr schreiben willst als nur einen Kommentar im Blog, gerne an diese E-mail Adresse: stickfee61@gmail.com
    Liebe Grüße von Sylvia

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