Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

KazuoDieses Buch…
…schrieb ich in Form des Films während einer meiner Science-Fiction-Dystopie-Hochphasen auf die Wunschliste. Nachdem ich erfuhr, dass es die Verfilmung eines Buches ist, wollte ich dieses natürlich vorher lesen und bestellte es mir kurzerhand bei rebuy.

Klappentext
Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.
Meine Meinung
„Alles, was wir geben mussten“ ist ein ruhiger Roman. Erzählt wird er aus der Ich-Perspektive von Kathy, welche uns in drei Teilen rückblickend aus ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihrer Zeit als Erwachsene erzählt. In Vordergrund steht hierbei ihre Beziehung zu ihren Freunden Tommy und Ruth, die sie im Hailsham Internat kennen lernt.
Bemerkenswert an der Erzählweise ist, dass der Leser nicht als unwissende Person behandelt wird, der man jede noch so winzige Kleinigkeit erst einmal erklären muss. Viel mehr spielt der Roman zur heutigen Zeit, in unserer heutigen Welt, die sich lediglich ab etwa den 60er Jahren etwas anders entwickelt hat, als sie es hier bei uns tat. Kathy erzählt ihre Geschichte, als spreche sie zu einer anderen Person, die über alle geschichtlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Änderungen Bescheid weiß. Ein gutes Beispiel dafür befindet sich gleich im zweiten Satz:

„Ich heiße Kathy H. Ich bin einunddreißig Jahre alt und arbeite inzwischen seit über elf Jahren als Betreuerin.“

Wir haben also etwas über Kathy erfahren: sie ist Betreuerin. Mein erster Gedanke an dieser Stelle war, dass sie möglicherweise in einem Kindergarten arbeite. Diesen Gedanken warf ich jedoch bald über Bord, als sie begann, sich rechtzufertigen, warum sie diesen Job schon so lange mache. Warum sollte man nicht 11 Jahre lang Erzieherin sein?
Eben dieser Erzählstil ist es, der dieses Buch für mich ausmacht. Es strotzt nicht vor Spannung und Abenteuer, doch es hat diese ganz besondere Erzählweise, bei der einem nicht einfach alle Informationen über diese andere Welt auf dem Silbertablett präsentiert werden, bei der nie alles verraten wird und manches noch bis zum Ende offen bleibt.
Wie mir eben erst klar wurde, bekommt auch der deutsche Titel „Alles, was wir geben mussten“ nach Beendigung des Buches eine ganz andere Bedeutung.
Nun ist vielleicht auch klar, warum ich nicht sonderlich gerne zu viel über den Inhalt verraten möchte, da diese kleinen Überraschungen für euch sonst ausfallen. Und das fände ich schade, da ich dieses Buch durchaus für lesenswert halte. Darum gibt es von mir nun auch 4 Sterne.

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