Alexandra Kuitkowski: Die Welt ist eine Scheibe

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Dieses Buch…
…habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung für Jugendbücher unter einem Stapel anderer Bücher entdeckt. Da ich Lust auf eine nicht allzu lange Geschichte hatte und der Titel des Buches mich ansprach, habe ich kurzerhand zugegriffen.
Inhalt
„Die Welt ist eine Scheibe. Beweis: Manche fallen runter, ein ständiges Stürzen und Aufschlagen. Die meisten merken es bloß nicht.“

 

In einem kleinen Dorf grübelt die sechzehnjährige Wiebke in den Ästen eines Baumes über das Vergangene nach, während nur ein kleines Stück entfernt das getrocknete Heu lichterloh brennt. Doch alles, was Wiebke darin sieht ist Gerechtigkeit, und alles, was sie hört, ist die Musik im Knistern der Flammen, im Heulen der Sirenen, in den Schritten der Schaulustigen. Seit Sieben Sieben hat sich so vieles auf eine so unkontrollierbare Weise verschoben. Und nun rechnet Wiebke endlich ab.

Meine Meinung
Das Buch, vom Cover her eher unscheinbar und untypisch für ein Jugendbuch, erregte meine Aufmerksamkeit durch seinen ungewöhnlichen Titel. „Die Welt ist eine Scheibe“, eine These, die Wiebke im Verlauf des Buches mehrfach untermauert, die ganz besonders beschreibend für dieses Buch ist.
Das Buch wird aus der gegenwärtigen Situation Wiebkes, welche sich auf einem Baum befindet, rückblickend in längeren Erinnerungsabschnitten erzählt. Wie ist sie dort hinauf gekommen? Was hat es mit dem Feuer auf sich? Diese Rückblicke sind jedoch nicht vollständig, sodass der Leser erst einmal nur bruchstückweise die Geschichte von Wiebke, ihrer Familie und deren Beziehung zu der Familie Strasser, welche in das kleine Dorf zieht, erfährt. Die einzelnen Puzzleteilchen fügen sich nur langsam zu einem Ganzen.
Wiebke ist eine draufgängerische Jugendliche. Furchtlos und ohne Hemmungen davor, Tabus zu brechen, scheint sie über alle, außer ihrer kleinen Schwester, mit rigoroser Härte zu urteilen und beschäftigt sich letzten Endes doch am meisten mit sich selbst, dem Mittelpunkt des ganzen. Sie ist ein Charakter, der nicht selbstlos ist, sondern selbstbezogen und das glaubhaft und verständlich. Eine schöne Darstellung einer eigentlich nicht sonderlich sympathischen Person, da sie einfach ehrlich mit sich ist.
Doch vor allem der Schreibstil der Autorin macht dieses Buch zu etwas ganz besonderen. Denn anstatt zu schreiben, malt KuitOLYMPUS DIGITAL CAMERAkowski mit Wörtern Bilder in meinen Kopf hinein, wie es nicht viele vermögen. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, die Wörter mit meinen Lippen formen zu müssen, sodass ich mich zeitweise nicht vom laut lesen abhalten konnte.
Ich hätte nicht übel Lust, dieses Buch noch einmal zu lesen, mich dieses Mal dabei aufzunehmen und es einem Freund zu schenken, dem ich schon lange ein selbst aufgenommenes Hörbuch versprochen habe. Dieses Werk hat mich wirklich inspiriert, ich bin begeistert, sodass ich wirklich gerne einmal mehr von Kuitkowski lesen würde (Dieses Buch ist ihr bisher einziges, welches unter ihrem vollen Namen veröffentlicht wurde. Alle vorherigen findet man unter ihrem abgekürzten“Alexandra Kui“.)
Fazit: Ein emotionskomplexes Buch, bis an den Rand gefüllt mit unbändiger Poesie. Das war ein Treffer ins Schwarze, Kuitkowski! 5 Sterne.
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